Quo vadis, Medienwelt?

12. September 2019 verfasst von Rainer Reichl

Quo vadis, Medienwelt? 

Die Entwicklung der Medien wird heutzutage viel diskutiert. Es wird von Disruptionen gesprochen, von digitalem Wandel und dem Aussterben klassischer Medien. Die Entwicklung der Medien war aber immer schon im Fluss. Das Einzige, das sich geändert hat, ist die Entwicklungsgeschwindigkeit. Es sind 12 wesentliche Punkte, die unseres Erachtens die neue Realität ausmachen.

 

1. Nicht „Entweder-oder“ sondern „Und“: Die neue Medienwelt setzt auf das Zusammenspiel von analogen, digitalen und sozialen Medien und zunehmend auch auf Live Experience, also das direkte Markenerlebnis.

2. Explosionsartige Entwicklung des Medienangebotes: Die Reichweite einzelner Medien sinkt.Direkter Zugang ersetzt die Massenmedien. 

3. Unternehmen entwickeln ihre eigenen Medien und finden einen direkten Zugang zu ihren Zielgruppen. Dazu gehören neben Websites, Newsletter und Social Media Postings auch Podcasts, Corporate Publishing Produkte und Events.

4. Printmedien, wie z.B. Special Interest Medien, die nahe an ihren Lesern arbeiten und journalistische Qualität bieten, haben gewaltige Chancen.

5. Podcasts sind die neue Form des Radiohörens. Eine Chance für alle Radiomacher.

6. Streaming-Plattformen wie Netflix sind attraktiver als klassisches TV. TV-Sender kommen zunehmend unter Druck und sind gefordert, ihr Geschäftsmodell zu überdenken.

7. Regionale Medien wie Tageszeitungen, regionaler Rundfunk und regionales Fernsehen gewinnen an Bedeutung, wenn sie den digitalen Shift mitmachen.

8. Outdoor gewinnt an Bedeutung, weil man sich dem Medium nicht entziehen kann.

9. Data Analytics des tatsächlichen Medienkonsums ersetzt traditionelle Meinungsforschung: Bedingt durch die digitale Transformation wird aus einem bisherigen Blindflug ein gut planbarer Instrumentenflug. Das fordert aber auch die bisher verwöhnten klassischen Medien. Medienforschung muss sich von der Meinungsforschung verabschieden und das tatsächliche Nutzungsverhalten messen.

10. Kommunikation wird zur Interaktion und bezieht die adressierten Zielgruppen mit ein. Diese wiederum gestalten die publizierten Themen mit. Unternehmenskommunikation wird so unberechenbarer.

11. Neue Formen der Programmierung wie Optimierungsmodelle in Echtzeit, Artificial Intelligence in der Mediaplanung und Programmatic Buying führen zu mehr Effizienz.

12. Für Kunden wird es komplizierter. Effiziente Mediaplanung erfordert bestens ausgebildete Planungsteams. Mediaagenturen mit ganzheitlicher Planungskompetenz, Spezialisten für Google und Amazon, PR-Agenturen mit digitalem Know-how und Social Media Experten bilden das Planungsteam einer modernen Mediaagentur.

 

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